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Zum Lake Huron

Unsere nächste Etappe steht an. Es geht südwärts zum Lake Huron. Dort werden wir in einem eigenen Cottage am Wasser wohnen. Wir freuen uns schon darauf. Vorher ist aber wieder eine stundenlange Autofahrt durchzustehen. Eigentlich haben wir uns irgendwie dran gewöhnt, aber dennoch zermürbt die ständige Umzieherei. 


Zumindest haben wir gelernt, uns die Zeit auf den langen Autofahrten zu vertreiben. Die Kids haben eine Menge Rätselzeitungen aus den Nationalparks und werden richtig kreativ beim Malen. Häufig spielen wir alle vier auch Wortspiele oder „Ich sehe was, was du nicht siehst.“ Und ansonsten laufen die Tonieboxen richtig heiß. Es funktioniert auch ohne TV mit Kindern im Auto. 


Wichtig sind regelmäßige längere Pausen, so wie die am Wasaga Beach heute. Ein bisschen Mallorca-Feeling (aber nicht zu viel) und viel Spaß beim Kampf mit den Wellen im warmen Wasser. Es war jedesmal seltsam, wenn man davon etwas in den Mund bekam, denn es schmeckt eben nicht salzig hier am Lake Huron. Und dennoch fühlt man sich wie am Meer, weil man das andere Ufer nicht sehen kann. 


Auf der Fahrt hatten wir eine Menge Zeit für ungewöhnliche Beobachtungen. Da sind einmal die vielen Golfplätze. Kanada scheint nicht nur Eishockey- und Kanuland sondern auch Golferparadies zu sein. Allerdings wird uns bei Betrachtung einer Werbung für eine Clubmitgliedschaft auf einem Schild am Straßenrand klar, dass es dennoch kein Volkssport sein kann: Ab 1439,- Dollar im Jahr. Schon seltsam, dass es dennoch in manchen Landstrichen Kanadas mehr Golfplätze als Tankstellen zu geben scheint. 


Und noch was - Friedhöfe direkt am Highway. Offenbar befürchtet niemand, mit dem Straßenlärm die Ruhe der Toten zu stören. Oder der Friedhof war vor dem Highway da? Wie auch immer, sicher ist es angenehm, wenn man ihn schnell und bequem erreichen kann. 


Ein besonderes Ärgernis für mich als Biergenießer: Dein Bier musst du dir hier im Liquor Store kaufen. In den Supermärkten Ontarios gibt es ausschließlich alkoholfreie Getränke. Das scheint regional gesetzlich so festgelegt zu sein. In Quebec war es nämlich noch anders. Und da Faulheit siegt, bleibt es für den Rest des Urlaubs wohl bei alkoholfreiem Becks. Auch nicht schlimm und zumindest gut für die Gesundheit. 

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