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In ein fremdes Land

Warum fremd? Weil unsere erste Etappe durch Italien in einem Land endet, in dem wohl nur wenige Europäer jemals waren. Auch wir werden es zum ersten Mal betreten: San Marino. 

„Hast du dieses Autokennzeichen schon mal gesehen? Was das wohl ist?“, fragt Ines, als wir Stunden zuvor gerade durch die Emilia-Romagna rollen. In der Tat kenne ich das weiß-blauen Kennzeichen mit dem Kürzel RSM noch nicht. Es dauert einen Moment, bis der Groschen fällt. Wo fahren wir denn eigentlich heute hin? Natürlich! In die Repubblica di San Marino.

Ungefähr achtzig Kilometer vor dem Ziel sehen wir in der Ferne einen großen, einzeln stehenden Berg in der Form einer Welle aus der Landschaft ragen. Da ist es, eines der kleinsten Länder Europas. 

Wenig später schrauben wir uns mit unserem Mercedes-Bus Kehre für Kehre die Serpentinenstraße hoch zur Altstadt. Mit jedem Meter Höhe wird die Ansicht schöner und die Aussicht beeindruckender. San Marino Città besteht aus viel historischem Gemäuer und hat das typisch mediterrane Flair. 
Fast ganz oben lassen wir das Auto dann auf einem Parkplatz stehen und legen die letzten Meter bis zum Hotel La Grotta zu Fuß zurück. In die Altstadt darf man als Tourist nur ohne motorisierten Untersatz. 

Ein Gewitter zieht auf, streift „unseren“ Berg aber nur. Hoch oben von der Stadtmauer können wir beobachten, wie es sich über den Hügelkuppen der Emilia Romagna entlädt. Der Regen wird auch dringend benötigt, das haben wir vor allem an den Sandbänken gesehen, die aus dem Fluss Po ragten. 
Neugierig beschnuppern wir die wunderschöne Altstadt auf der Suche nach einer Pizzeria und staunen immer wieder über den gigantischen Ausblick. Man kann von hier die Adriaküste sehen, Rimini und das Mittelmeer dahinter. 

Mit dem Restaurant haben wir großes Glück. Die schönsten Tische sind zwar reserviert, der allerschönste aber noch nass vom Regen. Kurzerhand wird er für uns vorbereitet; gut dass wir die ersten sind. Und dann lassen wir uns alle eine leckere italienische Pizza aus dem Steinofen schmecken, während die Sonne wieder scheint und eine Zauneidechse aus der alten Stadtmauer lockt, vor der unser Tisch steht. 

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