In der Nacht hat es weiter gestürmt und geregnet, und auch während wir am Frühstückstisch sitzen, lässt der Regen nicht nach. Aus all dem Grau-in-Grau heben sich nur zwei strahlend weiße Schwäne hervor, die im benachbarten See schwimmen, gemeinsam mit einer Entenschar.
Auf dem Weg über das dänische Festland scheint der Sturm wieder stärker zu werden. Als wir die Brücke Lillebæltsbroen, übersetzt „Kleine Belt Brücke“, überqueren und das europäische Festland verlassen, muss ich das Lenkrad richtig gut festhalten. Die Sturmböen sind enorm, eine Stunde später werden wir das auf der Storebæltsbroen, der „Großen Belt Brücke“ noch viel deutlicher zu spüren bekommen. Die Fahrt über diese beiden Meisterwerke der Baukunst war ein richtiges Abenteuer. Mit der Fähre wären wir heute aus Deutschland gar nicht weggekommen.
Schon gegen drei erreichen wir Feddet auf der Insel Zealand, auf der auch die Hauptstadt Kopenhagen liegt. Die Camping-Anlage zählt zu den schönsten Campingplätzen Europas. Bei diesem Wetter fällt es einem natürlich schwer, das zu glauben. Umgeben vom Wasser, angrenzend allenfalls einzelne kleine Höfe und mit seiner Lage direkt am Strand hat dieser Ort ganz sicher seine Reize. Nur ausspielen kann er sie heute nicht.
Richtig schade ist es daher umso mehr, dass wir den Nachmittag nicht dafür nutzen können, ein bisschen von der Umgebung zu Fuß zu erkunden. Das Wetter wäre nicht das Problem gewesen, warme Regenkleidung haben wir dabei. Stattdessen sollte eine fehlende Buchung uns und die Rezeptionistin anderthalb Stunden Zeit kosten. Unser Mobilheim wird dann letztendlich doch noch hergerichtet, während wir es uns im Auto mit dänischem Gebäck bei einem Kartenspiel gemütlich machen.
Das sollte jedoch nicht die letzte Posse dieses bewegten Reisetages bleiben. Kaum haben wir ausgepackt, stellen wir fest, dass wir die Bettwäsche vergessen haben. Die Rezeption hat nun schon geschlossen, dort bekommen wir heute auch keine mehr.
Als das letzte Tageslicht schwindet, fahren wir noch einmal los, um in einem der wenigen Läden im zwanzig Kilometer entfernten Faxe Decken- und Kissenbezüge zu ergattern. Letztlich aber doch erfolglos.
Es ist einsam hier draußen im Herbst. Nur die Rehe sind zahlreich, und leider laufen sie auch vor fahrende Autos. Auf dem Weg zurück passieren wir ein Auto, welches mit einem Reh zusammengestoßen ist. Die Augen weiterer Rehe blitzen immer wieder im Gebüsch am Straßenrand auf. Es erscheint mir als großes Glück, dass wir heil und ohne Zusammenstoß wieder bei unserer Unterkunft ankommen.











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