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Møns Klint

Ich dachte immer, dass es Kreidefelsen nur auf Rügen geben würde. Spätestens seit unserem Urlaub in Südengland weiß ich es besser. Jetzt in Dänemark war ich überrascht zu erfahren, dass auch hier eine beeindruckende Küste aus Kreidefelsen die Ostsee säumt. Die Felsen der südöstlichen dänischen Inseln, eine davon ist Møn, gehören sogar zum UNESCO Weltnaturerbe. 

All diese Felsen haben eins gemeinsam: Sie entstammen einem riesigen Kreidemeer, das vor Jahrmillionen einmal dort lag, wo heute Nord- und Ostsee sind. 


Nach dem Frühstück brechen wir also zur Insel Møn auf. Die Straße führt uns durch hügeliges Land, welches uns an Cornwall erinnert. Diese Insel ist anders als die großen dänischen Inseln, die riesigen Äcker sind kleinen Feldern und Weiden gewichen, bunt gefärbte Wälder wechseln sich mit kleinen Weihern ab. Fasane picken auf den Wiesen im Heu; von denen gibt es in Dänemark reichlich, auf jeder Autofahrt entdecken wir welche. 

Am Horizont stehen jetzt am Vormittag bedrohlich dunkle Regenwolken über der Ostsee. Hoffentlich bleibt es trocken, wir wollen schließlich die Klippen entlang wandern. 


Wo eine Felsküste ist, die von Wind und Wetter bearbeitet wird, ist die Erdgeschichte immer greifbar. Bei jedem Abbruch offenbaren Fossilien als stumme Zeugen einen Teil davon. Eine große interaktive Ausstellung im Møns Klint Geocenter beschäftigt sich genau damit.


Das Wetter hält und wir gehen zunächst einmal auf Wanderschaft. Der Weg ober- und unterhalb der Klippen führt durch alte Buchenwälder. Er ist hier größtenteils zum Wandern freigegeben, immer begleitet von Hinweisen, die da lauten: „Auf eigene Gefahr!“

Matteo hat besonders an der höchsten Stelle einigen Bammel, und irgendwie hat er auch Recht. Auf Rügen darf man seit den Abbrüchen der Kreidefelsen nicht mehr so nah an die Abbruchkante heran. Wir bleiben lieber vorsichtig und nehmen den Weg, der den breiteren Strandabschnitt entlang führt. Zuvor müssen wir aber gefühlte fünfhundert Treppenstufen hinunter. Schon das ist anstrengend, der Aufstieg später dann soll uns alle trotz der kühlen Temperaturen ganz schön ins Schwitzen bringen. Manch einer sieht sich sogar gezwungen, bei neun Grad Celsius bis aufs T-Shirt entkleidet hinaufzusteigen. 


Aber die Mühe lohnt sich, denn es offenbaren sich uns sensationelle Blicke auf die majestätischen weißen Kreidefelsen. In der Ausstellung werden wir später noch erfahren, dass man hier am Strand mit ein wenig Erfahrung und geschultem Auge das eine oder andere Fossil hätte ergattern können. 


So ein bisschen traurig ist Ines dann schon, als wir durch das Geocenter gehen. Was hätte man nicht alles dort unten am Strand finden können, ausgestattet mit einem kleinen Hämmerchen und mehr Zeit?!

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