Heute ist einer dieser verregneten Herbsttage, an denen man am liebsten im Bett liegen bleiben will. Nur dass das Wetter beim Aufstehen noch ganz passabel zu werden schien. Vor dem Frühstück war ich schon unterwegs, um im Morgenlicht Fotos der Kormorane und anderer Wasservögel im Feuchtgebiet neben dem Campingplatz zu machen. Die Sonne war da gerade erst aufgegangen, dicke Wolken hatte ich nicht bemerkt.
Jetzt bei meiner zweiten Tasse Kaffee setzt der Regen ein. Er sollte bis zum Nachmittag nicht mehr aufhören.
Die Mädels flüchten mit dem Auto in irgendeine Mall fünfzig Fahrminuten entfernt. Wir Jungs machen lieber Wellness. Wirklich. Echt jetzt! Erst in die Sauna, dann in den großen Whirlpool, dann wieder in die Sauna und zum Schluss nochmal Schwimmen. Das klingt jetzt aber doch eher nach Frauen-Programm, oder? Na gut, im Anschluss dann doch noch was für Kerle: Billardspielen und Computerspiele zocken. All das kann man hier im Feddet-Camp machen, wenn das Wetter mal streikt.
Beim Zocken bin ich nicht so ausdauernd wie mein Sohn; was für ein Wunder!! Ein Blick nach draußen macht mir Hoffnung, denn es hat tatsächlich zu regnen aufgehört, jetzt am Nachmittag. Also lasse ich Matteo noch ne Weile beim Zocken allein und hole meine Kamera. Es wird noch zwei Stunden hell sein, ich nutze die Gelegenheit für eine Wanderung; vielleicht kann ich noch ein paar mehr Vögel fotografieren.
Südlich vom Campingplatzgelände beginnt eine Halbinsel, welche nahezu unbewohnt ist. Eine halbe Stunde strammen Fußmarsches vergehen vorbei an Wiesen und einem Kiefernwald, wo Kühe und Ziegen weiden, bis der asphaltierte Weg an einem Landwirtschaftsbetrieb endet. Linkerhand steht ein Wohnhaus, ein Schild mit der Aufschrift „Privat“ hält unerwünschte Touristen vom Einschlagen des falschen Weges ab. Ich nehme den einzig anderen in die entgegengesetzte Richtung. Nach fünf weiteren Minuten Fußmarsch stehe ich am Wasser des Præstø Fjord, der für mich aber eher wie eine Bucht aussieht. Sie liegt auf der vom Meer abgewandten Seite der Feddet Halbinsel.
Ich bin völlig alleine hier unten. Um mich herum nur der Wald, das Wasser und Schwäne, viele Schwäne. Auf der westlichen Seite der Bucht geht die Sonne unter und weil sie sich dabei hinter den abziehenden Regenwolken versteckt, sorgt sie für ein Farbenspiel aus Rottönen und dunklem Blau. All das spiegelt sich auf dem Wasser, wo gerade Familie Schwan vorbeischwimmt, die Eltern mit vier braunen Jungschwänen. Ich komme tatsächlich noch zu einigen schönen Fotos, die hoffentlich ein wenig des herrlichen Lichts und der Stimmung einzufangen vermögen.











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Zillmann astrid (Donnerstag, 30 Oktober 2025 02:10)
Dein Spaziergang hat sich gelohnt, lieber Großer! Unglaublich diese Farben im Licht des Nordens!
Manchmal ist es garnicht so verkehrt, wenn jeder mal sein Ding macht
Hauptsache abends fehlt keiner und man trifft sich am Esstisch wieder....und jeder kann berichten!!
Sorry wegen Fehlern, meine Brille liegt auf dem Nachttisch!
Viele Grüße an alle.